Minimal-invasive Gelenkchirurgie

Posted on Juni 25th, 2007 in Allgemein by test-herausgeber

Minimal-invasive Gelenkchirurgie

Verletzungen und andere Erkrankungen des Kniegelenkes erfordern häufig ein operatives Vorgehen, um Schäden zu beseitigen, die Heilung zu beschleunigen oder einem Verschleiß entgegenzuwirken. Dabei kommen moderne “Schlüssellochverfahren” (Arthroskopie) zu Anwendung. Die meisten Operationen können ambulant im OP-Zentrum des Ärztehauses Thiemstraße durchgeführt werden.

Größere Eingriffe, z.B. Kreuzband-Ersatzoperationen, führen wir stationär im Naemi-Wilke-Stift Guben durch.

An Bedeutung gewinnen auch minimal-invasive Operationsverfahren bei endoprothetischem Gelenkersatz. Hierbei gibt es verschiedene Ansätze. Einerseits wird versucht, möglichst “knochensparend” zu operieren - z.B. durch sog. Kurzschaftprothesen, andererseits soll beim Zugang zum Gelenk die umgebende Muskulatur geschont werden. Endoprothetische OP-Verfahren können wir nicht ambulant durchführen, deshalb kooperieren wir dazu mit dem Krankenhaus Spremberg.

· Meniskuschirurgie

Das Kniegelenk besitzt innen und außen jeweils einen halbmondförmigen Meniskus. Oft sind diese Strukturen von Verletzungen oder Verschleißveränderungen betroffen und können dann zu typischen Beschwerden führen. Im Rahmen eines arthroskopischen Eingriffs können diese Erkrankungen behandelt werden. Bei bestimmten Rißformen nach akuten Verletzungen kann der Meniskus genäht oder mit sich auflösenden („resorbierbaren) Pfeilen (Darts) wieder befestigt werden. Die Heilung kann durch die Anfrischung des Risses angeregt werden (Needling). Oft jedoch muß der gerissene Teil des Meniskus sparsam abgetragen und geglättet werden, um Einklemmungen und Verletzungen des Gelenkknorpels zu vermeiden.

Ansprechpartner:

  • Dr. med. Hartmut Thamke
  • Prof. Dr. med. Michael Schierack
· Kreuzbandchirurgie

Der Riß des vorderen Kreuzbandes - oft im Rahmen von Sportverletzungen - führt zur Instabilität des Kniegelenkes und damit zum vorzeitigen Verschleiß des Gelenkknorpels. Gerade bei jüngeren Patienten sollte daher in diesem Falle das Kreuzband ersetzt werden. Es gibt zwei unterschiedliche Operationsverfahren, die sich in den Strukturen unterscheiden, aus denen der Kreuzbandersatz gewonnen wird. Diese OP führen wir stationär im Naemi-Wilke-Stift Guben durch, die Nachsorge erfolgt in unserem Praxiszentrum.

Zum Einsatz kommt einerseits das mittlere Drittel der Patellarsehne, andererseits die Sehne des Semitendinosus-Muskels (”hamstring”) am Oberschenkel. Beide Verfahren können arthroskopisch durchgeführt werden und führen zu ähnlich guten Ergebnissen.

Die Nachbehandlung besteht in der Versorgung mit einer stabilisierenden Kniegelenksorthese und physiotherapeutischer Betreuung. In der Regel schließt sich eine Anschlußheilbehandlung an (ambulant oder stationär).

Ansprechpartner:

  • Dr. med. Hartmut Thamke
· Knorpelchirurgie

Knorpelverletzungen sind oft Ursache fortschreitenden Gelenkverschleißes und können unbehandelt zur Arthrose führen. Insbesondere am Kniegelenk wurden in den letzten 10 Jahren große Fortschritte bei der operativen Behandlung von Knorpelschäden gemacht. Einschränkend muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß nur umschriebene Defekte, nicht jedoch eine generelle Ausdünnung der Knorpeldecke im Rahmen einer Arthrose mit den beschriebenen knorpelchirurgischen Methoden behandelt werden können.

· Shaving

Knorpelshaving kommt bei großflächigen Verschleißveränderungen der Knorpeloberfläche zum Einsatz. Hierbei wird die durch Verschleißveränderungen unebene Oberfläche geglättet, größere freie Knorpelstücke werden entfernt. Umstritten ist die sog. Abrasionsarthroplastik, wobei der gesamte erkrankte Knorpel bis auf den Knochen abgefräst wird. Hier hofft man auf die Bildung von fasrigem Ersatzknorpelgewebe. Dieses Verfahren kommt nur im Ausnahmefall zur Anwendung

· Pridie-Bohrung

Ein älteres Verfahren bei Knorpeldefekten ist die Reizbohrung (Pridie-Bohrung). Hierbei wird der betroffene Knorpelbezirk mit kleinen Bohrern angebohrt, um die Bildung von fasrigem Ersatzknorpelgewebe anzuregen.

· Mikrofrakturierung

Ein neueres Verfahren bei Knorpeldefekten ist die Mikrofrakturierung. Hierbei wird im betroffenen Knorpelbezirk der oberflächliche Knochen mit kleinen Stößeln durchbrochen, um die Bildung von fasrigem Ersatzknorpelgewebe anzuregen.

· Mosaikplastik (OATS)

Die Mosaikplastik kommt bei kleineren, umschriebenen Knorpeldefekten und vorzugsweise bei jüngeren Patienten zum Einsatz. Es werden hierbei mit speziellen Stanzen Knorpel-Knochen-Zylinder aus einem gesunden und nicht belasteten Gelenkareal entnommen, und diese Zylinder mosaikartig in den vorbereiteten Defekt eingesetzt.

Ansprechpartner:

  • Dr. med. Hartmut Thamke
  • Prof. Dr. med. Michael Schierack